Smileys, Sternchen & Co. – Warum Belohnungen kontraproduktiv sind

In Grundschulen und Kitas werden sehr häufig verschiedene Belohnungssysteme eingesetzt. Da werden regelmäßig Sternchen oder Smileys vergeben, wenn etwas gut gemacht wurde und manchmal auch wieder abgenommen, wenn die Lehrperson mit dem Verhalten des Kindes nicht einverstanden war. Oder es gibt eine Smiley-Ampel; hierbei werden die Kinder je nach Verhalten auf Grün, Gelb oder Rot gesetzt.

Was soll damit erreicht werden? Dass die Kinder kooperieren. Dass sie etwas lernen. Dass sie leise sind, usw. Das passiert in den meisten Fällen auch. Aber: Was passiert, wenn man die Sternchen und Herzchen und Smileys nicht mehr verteilt? Weiterlesen

Die Meinung von Schulkindern zum Verwarnsystem

In der Schule, in der ich arbeitete, war es üblich, den Tag mit einem Morgenkreis zu beginnen und einem Abschlusskreis zu beenden. Dabei hatte ein Kind die Kreisleitung inne und ein zweites verwarnte mittels Verwarnkarten die anderen Kinder, die zu spät kamen, miteinander sprachen oder auf andere Weise „störten“. Ein Kind, das drei Verwarnungen hatte, erhielt eine Strafe. Es musste z.B. die Tische im Essraum abwischen oder dort den Fußboden kehren.

Ich stellte das anfangs gar nicht in Frage, weil es so üblich war. Doch irgendwann später im Schuljahr, kam mir die Verwarnerei komisch vor, denn grundsätzlich hatte ich an dem Verhalten der Kinder nichts auszusetzen. Deshalb stellte ich ihnen eines Morgens die Frage: „Könnt ihr euch vorstellen, bei mir am Draußentag im Morgen- und Abschlusskreis auf Verwarnungen zu verzichten?“ Weiterlesen

Warum die Timeout-Methode aus Sicht der Individualpsychologie niemals funktionieren wird

Timeout Sabine ScherzTimeout heißt Auszeit und bedeutet im Kontext der Erziehung, ein Kind vor die Tür oder in einen Nebenraum zu schicken. Damit soll erreicht werden, dass das Kind in Ruhe über sich nachdenken kann, dann geläutert wieder den Raum betritt und sich „besser“ verhält.

Funktioniert der Timeout?

Kurzfristig schon. Sollten Sie die Methode anwenden, überprüfen Sie doch vor Ihrem inneren Auge, bei welchen Kindern dauerhaft eine Änderung im Verhalten eingetreten ist und bei welchen nicht. Wahrscheinlich kommen Sie zu dem Schluss, dass keine dauerhafte Änderung zu verzeichnen ist. Die Kinder landen weiter regelmäßig vor der Tür.

Die Methode nützt also nichts. Warum nicht? Weiterlesen

Wunderwutzis! Das Encouraging-Training für Kinder zur Stärkung der Sozialkompetenz

Kinder haben Spaß daran, die eigenen Fähigkeiten zu entdecken und Beziehungen positiv zu gestalten. Spielerisch erhalten sie hier neue Ideen und können ausprobieren, wie das gelingen kann. Auf kindgerechte Art und Weise können sie zu den Themen Selbst- und Fremdermutigung eigene Erfahrungen sammeln. Durch das Training wird die Sozialkompetenz gestärkt.

Außerdem ist die Handpuppe Lila mit dabei. Sie ist eine kleine Ermutigungsexpertin und unterstützt mich beim Training. Lila ist ganz schön neugierig und probiert viele Dinge aus. Davon erzählt sie den Kindern…

 

Inhalte des Trainings sind:

  • Die eigenen Fähigkeiten benennen und laut sagen können. Sich über die eigenen Fähigkeiten und die der anderen freuen können.
  • Sich in andere einfühlen lernen.
  • Positives über sich und andere sagen können.
  • Umgang mit Sorgen.
  • Zentrieren; das Zentrum des eigenen Körpers erfahren.
  • Die Wirkung der eigenen Stimme kennenlernen. Seinen eigenen Namen leise und laut sagen können.
  • Dankbarkeit / das Gute sehen.
  • Was mache ich, wenn andere mich kritisieren?
  • Freundschaft
  • Lernen, „Nein“ sagen zu dürfen.

Das Wachstumsbuch selbst erstellen
Auf Wunsch kann dem Training eine kunstpädagogische Einheit vorgeschaltet werden. Sie dient dem gegenseitigen Kennenlernen und die Kinder können ihr Wachstumsbuch, mit dem sie im Training arbeiten werden, selbst herstellen. Als Buchobjekt ist z.B. ein Leporello oder Heft geeignet. Diese Einheit wird nach dem zeitlichen Aufwand berechnet, der sich reduziert, wenn mich eine Pädagogin / ein Pädagoge aus Ihrem Haus unterstützt. Gerne lasse ich mir bei der Arbeit mit den Kindern über die Schulter schauen. Die Kosten beinhalten auch das eingesetzte Material.

Zur Organisation
Das Training sollte von einer Erzieherin oder einer Lehrkraft, die mit den Kindern vertraut ist, begleitet werden. Nur so ist ein Ablauf möglich, bei dem Kinder die Inhalte aufnehmen können.

Preis
Nach gemeinsamer Abstimmung der Inhalte, Gruppengröße und zeitlichem Umfang mache ich Ihnen gerne ein Angebot.

Termine
Termine nach Vereinbarung. Das Training findet 1 x wöchentlich statt und umfasst 8 Einheiten. Dauer jeweils 45 – 60 Minuten für Kinder ab dem Grundschulalter. Für jüngere Kinder sind die Einheiten kürzer.

Jede Einheit verläuft nach derselben Struktur, die durch themenbezogene Spiele und das Puppenspiel aufgelockert wird.

Kinderzeichnungen verstehen

Kinder malen und zeichnen meist sehr gerne. Als Erwachsene sollten wir diese Tätigkeit als Arbeit wertschätzen und damit so umgehen, dass wir die Kinder in ihrer Entwicklung fördern. In meiner beruflichen Praxis treffe ich immer wieder auf viele Fragen, die Erwachsene zu diesem Thema haben. Deshalb führe ich mit einem Vortrag in das Thema der Kinderzeichnung ein oder biete einen Workshop zur Weiterbildung an.

Warum ist es wichtig für Kinder, zu malen und zu zeichnen?

Erwachsene sehen die Kinderzeichnung oft primär als Mittel an, mit dem Kinder ihre Kreativität ausdrücken können. Das ist zum Teil richtig, aber es geschieht hier doch wesentlich mehr: So können Kinder in der Zeichnung zum Ausdruck bringen, was sie gerade beschäftigt. Dazu gehören auch Probleme und Konflikte. Durch den Zeichen- bzw. Malprozess können sie innere Spannungen abbauen. Daher ist es für ihre Entwicklung von Bedeutung, dass sie eine Umgebung haben, in der sie diesem Bedürfnis nachkommen können.

Warum ist es für Eltern, Erzieher und Lehrer wichtig, Kinderzeichnungen zu verstehen?

Die Kinderzeichnung gibt Aufschluss über die Entwicklung und Gedankenwelt des Kindes, denn „Kinder denken in Bildern.“ [1] Kennt man die Persönlichkeit des Kindes oder auch sein soziales Umfeld, dann kann man die Zeichnung vorsichtig interpretieren. Hierzu gibt es einen umfangreichen Forschungsstand.

Beispiele für Themen, die in einem Vortrag angesprochen werden können:

  • Der richtige Umgang mit dem Kind und seiner Zeichnung (Lob, Kommentare, die Frage „Was ist das? …).
  • Die altersgemäße Zeichenentwicklung.
  • Die emotional-soziale Entwicklung des Kindes in der Zeichnung.
  • Das bewertungsfreie Malspiel nach Arno Stern.
  • Wie schaffe ich gute Rahmenbedingungen, damit Kinder zeichnen?
  • Was mache ich, wenn Kinder gar nicht zeichnen wollen?
  • Materialkunde: Welche flüssigen und festen Farben sind geeignet? Welches Material kann man selbst herstellen?
  • Verhaltensbeobachtung des malenden Kindes durch Bezugspersonen, auch in Bezug auf die Dokumentation.
  • Die Interpretation der Kinderzeichnung.

Die Themen des Vortrags richte ich gerne nach Ihren Fragen aus.
Dauer: 90 Minuten (ca. 45 Minuten / 45 Minuten Fragen)
Honorar: 110€, auf Anfrage mache ich Ihnen gerne ein Angebot für einen ganztägigen Workshop.

Das Angebot richtet sich an Kitas und Grundschulen. Der Vortrag kann auch im Rahmen eines Elternabends gegeben werden.

Sollten Sie einen Workshop als Weiterbildung für Pädagogen zu diesem Thema wünschen, können Sie hierzu Kinderzeichnungen aus Ihrer Praxis mitbringen. In diesem Fall sind weitere Informationen zur sozialen Lebenssituation des Kindes, seiner Persönlichkeit und seinem Verhalten wichtig.

[1] Hans Daucher: Kinder denken in Bildern, München 1990

Vorträge

In meinen Vorträgen möchte ich Ihnen Denkanstöße für neue Ideen und Gedanken geben.

Selbstverständlich können im Anschluss Fragen gestellt werden. Auch können die Hörer mit interaktiven Elementen eingebunden werden. Sprechen Sie mich an!

Termine für kommende Vorträge finden Sie hier.

Mögliche Themen sind:

Wie kann man störendem Verhalten von Kindern wirkungsvoll begegnen?
Eine Einführung in die Ermutigungspädagogik

Mit dem Verhalten, das Kinder zeigen können, bringen sie uns Erwachsene manchmal zur Verzweiflung. Dabei verfolgen Kinder oft unbewusste Ziele. Erkennen wir diese, können wir auch das damit verbundene problematische Verhalten besser verstehen und diesem wirkungsvoll begegnen.

Der Vortrag zeigt aus Sicht der seit über 100 Jahren existierenden Individualpsychologie Alfred Adlers, wie wichtig das Zugehörigkeitsgefühl ist und wie es sich auf das Verhalten unserer Kinder auswirkt. Er zeigt auch, was Eltern und Erzieher beitragen können, damit sich Kinder kooperativ verhalten.

Strafe ist dabei keine Alternative. Dafür werden dem Kind mittels logischer und natürlicher Folgen Lernerfahrungen geboten, die zu einem kooperativen Verhalten führen. Außerdem ist es für Erwachsene wichtig, eigene Grenzen aufzuzeigen und Nein sagen zu können.

Ermutigungspädagogik heißt, das Wachstumspotential von Kindern zur Entfaltung zu bringen und sie nicht an ihrer Fehlerhaftigkeit zu messen. Auch das Anerkennen von Qualitäten und Fähigkeiten eines jeden Menschen – sowohl der eigenen Person als Erzieher als auch der des Kindes sind dabei von Bedeutung. Dadurch wird der Glaube an die eigenen Fähigkeiten erhöht, was letztlich zu einem gesunden Selbstbild und Selbstwertgefühl führt. Dies wirkt sich immer positiv auf das Verhalten von Kindern aus.


Das hast du aber gut gemacht! Die Auswirkungen von Lob und Ermutigung auf das Sozial- und Lernverhalten von Kindern

Übermäßiges Lob nennen die Medien als einen Grund für die Zunahme von Narzissmus in unserer Gesellschaft. Was ist da dran? Der Vortrag zeigt zunächst die Unterschiede zwischen Lob und Ermutigung auf. Er macht deutlich, dass Loben zwar ok, jedoch als alleiniges Mittel eines Feedbacks falsch und schädlich ist. Ermutigung hingegen baut auf. Die Frage ist jedoch: Wie ermutigt man richtig? Die Inhalte sind praxisnah und können sofort angewendet werden.

Es werden zahlreiche Praxisbeispiele gegeben, wie Ermutigung kooperatives Verhalten fördert. Durch Ermutigung erhöht sich in der Folge die Lern- und Leistungsbereitschaft sowie die Lernfähigkeit von Kindern und Jugendlichen.

Themen: Was ist Mut und wozu brauchen wir ihn? – Welche Zeichen von Entmutigung zeigen Menschen in ihrem Verhalten? – Die Bedeutung des Zugehörigkeitsgefühls – Wie schaffe ich Grundlagen für kooperatives Verhalten von Kindern (Mitarbeitern/Mitmenschen)? – Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Zugehörigkeit und Verwöhnung bzw. Narzissmus? – Wie ermutige ich andere ganz konkret? Auswirkungen auf Sozialverhalten und Lernen.


Wir sind alle Kinder in einer alternden Haut – Kindheitserinnerungen und innere Orientierung
Alfred Adler, der Begründer der Individualpsychologie, beschäftigte sich vor über 100 Jahren mit Kindheitserinnerungen als Ressourcen für die Entwicklung im Erwachsenenleben und für die Bewältigung von krisenhaften Phasen. Der Vortrag gibt Einblick in den individualpsychologischen Umgang mit positiven und negativen Erinnerungen an die Kindheit und erläutert, wie hier der Schlüssel für Verhaltensänderung und einem guten Umgang mit sich selbst gefunden werden kann.

Kindheitserinerungen sind innere Bilder und geben uns eine innere Orientierung. Je besser man diese innere Orientierung kennt, desto besser und gezielter kann man Einfluss auf sein Leben nehmen.

Themen: Was sind Kindheitserinnerungen? – Was wollen uns Kindheitserinnerungen sagen? – Erzähl mir aus deiner Kindheit und ich sage dir, wer du bist. Was ist da dran? – Wie kommt man an seiner Kindheitserinnerungen heran? – Wie wahr sind sie? – Was haben sie mit unserem Konfliktverhalten zu tun? – Welchen Zusammenhang gibt es zwischen der Partnerwahl und Kindheitserinnerungen? – Warum ist es so schwer, Essgewohnheiten zu ändern? – Welche Bedeutung haben Kindheitserinnerung in Bezug auf die Berufswahl? – Umgang mit schmerzhaften Erinnerungen – Lebensbedingungen / Krisenbedingungen – Kann ich negative Kindheitserinnerungen los werden?


Muss Strafe wirklich sein?

Können Sie sich vorstellen, ohne Bestrafung Konflikte mit Kindern zu bewältigen? Alfred Adler, der Begründer der Individualpsychologie, sah das Zugehörigkeitsgefühl als bedeutenden Faktor für eine gelungene Beziehung zwischen Kindern und Eltern an. Wie schafft man es einerseits, dabei Gleichwertigkeit zu leben, andererseits die Führungsrolle zu behalten? Sie erhalten alltagsbezogene Hinweise für Konfliktfälle; auch das richtige Aufstellen von Regeln sowie die „Auszeit“ werden Thema sein.


Alfred Adler und die Individualpsychologie
Alfred Adler (1870-1937) begründete vor 100 Jahren in entschiedener Abrenzung zu Sigmund Freud die Individualpsychologie. Er schuf in Wien Erziehungsberatungsstellen und ist einer der Väter der Sozialpädagogik. Adler sah den Menschen als soziales und eigenverantwortliches Wesen, dessen Gemeinschaftsgefühl Gradmesser für die Gesundheit von Individuum und Gesellschaft ist. Der Vortrag zeigt, wie aktuell Alfred Adlers Werk noch heute ist.

Gehaltene Vorträge:

  • Das hast du aber gut gemacht! Zum feinen aber bedeutsamen Unterschied zwischen Lob und Ermutigung, 22.1.2019, MVHS
  • Wir sind alle Kinder in einer alternden Haut – Kindheitserinnerungen und innere Orientierung, 25.11.2018, MVHS
  • Muss Strafe wirklich sein?, 12.04.2018, MVHS
  • Wir sind alle Kinder in einer alternden Haut – Kindheitserinnerungen und innere Orientierung, 5.11.2017, MVHS
  • Das hast du aber gut gemacht! Zum feinen aber bedeutsamen Unterschied zwischen Lob und Ermutigung, 30.4.2017, MVHS
  • Alfred Adler und die Individualpsychologie, 17.1.2017, MVHS

 

Der Unterschied zwischen Lob und Ermutigung

Aktualisiert am 1.12.2018

Lob bezieht sich auf eine Person, ihre Leistung, oder ein Merkmal von ihr. Es zielt auf etwas, das die Person hat, ab. Es würdigt ihren Erfolg. Sage ich zu jemandem: „Du bist ein toller Koch“, so bezieht sich meine Aussage auf die Person und die Leistung. Die Aussage: „Du hast wunderbar gekocht,“ bezieht sich auf die Leistung. „Du hast einen guten Geschmack“ auf ein Merkmal. Lob und Bewunderung sind Applaus. Wir applaudieren zum Erfolg anderer.

Um loben zu können, muss zuvor eine lobenswerte Leistung erbracht worden sein. Im Falle eines Misserfolgs kann man nicht loben; häufig wird das Ergebnis dann kritisiert. Lob kann dazu führen, dass der Bewunderte seinen Selbstwert davon abhängig macht, und dass er sich dazu getrieben sieht, stets erfolgreich zu sein, um den benötigten Applaus zu bekommen, ohne den er sich wertlos fühlt.

Ermutigung erkennt die Qualitäten, Talente, Fähigkeiten oder Verhaltensweisen von Menschen an, bezieht sich also insgesamt mehr auf das, was Menschen tun, auf ihre Anstrengungen bzw. auf Prozesse. Ich ermutige Kinder in der Schule beispielsweise so: „Ihr habt prima zusammengearbeitet und eine eigene Idee umgesetzt.“ Oder: „Du wirst das schaffen! Probiere es nochmal!“ Weiterlesen