Belohnung und Bestrafung in der Erziehung schaden dem Selbstgefühl

Belohnung und Bestrafung als Mittel der Erziehung sind als kritisch anzusehen. Zwar kann man mittels Strafe erreichen, dass Kinder ein bestimmtes Verhalten nicht mehr zeigen, aber unter dieser Bedingung lernen sie kein neues, positives Verhalten ein. Gordon beschreibt, wie sich Kinder, die autoritäre Erzieher gewöhnt sind, verhalten: Verlässt der sonst strafende Erwachsene den Raum (oder dreht sich der Lehrer zur Tafel um), so zeigen die Kinder das unerwünschte Verhalten sofort wieder [1].

Die Belohnung wird oft als positives Mittel angesehen. Aber auch sie ist grundsätzlich nicht zu empfehlen. Systeme, die in Schulen mittels vergebener Smileys und Belohnungskärtchen angewandt werden, fördern nicht das Selbstgefühl von Kindern. Erhalten sie z.B. für eine bestimme Anzahl von Smileys, die sie für eine kooperative Mitarbeit erhalten haben, Hausaufgabenfrei, so ist das natürlich eine begehrte Belohnung, für die sie allerhand tun. Grundsätzlich kann man sagen, dass Belohnungen dem Kind zeigen, dass man ihm das positive Verhalten von allein nicht zutraut. Es braucht eine Belohnung, damit es das tut. Damit erreicht man nicht, dass Kinder ein positives Verhalten von allein zeigen.

Es ist zu bedenken, dass belohnte oder bestrafte Kinder nicht lernen, Weiterlesen

Den eigenen, sicheren Standpunkt finden

So ist es nunmal im Leben: Man hat doch immer wieder mit schwierigen Menschen zu tun. Dann stellen sich Fragen, wie: Was mache ich oder wie verhalte ich mich? Sollte ich freundlich sein. Wie vorsichtig muss ich sein? Sollte ich die Person meiden? Oder sollte ich gar kämpfen?

Die Individualpsychologie hält einige Methoden bereit, den Umgang mit schwierigen Menschen zu erlernen. Es ist oft verblüffend, wie eine eigene, zum Positiven geänderte Einstellung zu einem positiven Gegenüber führt. Das habe ich selbst schon oft erlebt.

Aber leider klappt das nicht immer. Es gibt Menschen, die über Persönlichkeitsmerkmale verfügen, Weiterlesen

Warum die Timeout-Methode aus Sicht der Individualpsychologie niemals funktionieren wird

Timeout Sabine ScherzTimeout heißt Auszeit und bedeutet im Kontext der Erziehung, ein Kind vor die Tür oder in einen Nebenraum zu schicken. Damit soll erreicht werden, dass das Kind in Ruhe über sich nachdenken kann, dann geläutert wieder den Raum betritt und sich „besser“ verhält.

Funktioniert der Timeout?

Kurzfristig schon. Sollten Sie die Methode anwenden, überprüfen Sie doch vor Ihrem inneren Auge, bei welchen Kindern dauerhaft eine Änderung im Verhalten eingetreten ist und bei welchen nicht. Wahrscheinlich kommen Sie zu dem Schluss, dass keine dauerhafte Änderung zu verzeichnen ist. Die Kinder landen weiter regelmäßig vor der Tür.

Die Methode nützt also nichts. Warum nicht? Weiterlesen

Sich als Eltern gut fühlen

familie2

Die Individualpsychologie sieht Entmutigung als Hauptursache für problematisches Verhalten bei Kindern und Jugendlichen an. Kinder, die ungezogen sind, sind immer entmutigt. Sie müssen ermutigt werden, damit sie Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten erhalten. Durch Ermutigung geben Eltern und Erzieher Kindern das Gefühl der Selbstachtung und Leistungsfähigkeit, was zu positivem kooperativen Verhalten führt.

Wie genau Sie Ihr Kind wirkungsvoll ermutigen können, wird in einem Training, bestehend aus 8 Einheiten, vermittelt. Es hat zum Ziel, dass Sie sich als Eltern zufriedener mit sich selbst und ihren Kindern fühlen. Durch praktische, alltagstaugliche Übungen werden neue Ideen vermittelt, wie Sie mit Problemen umgehen können. Das Training fördert den entspannten Umgang miteinander und verbessert die Kommunikation zwischen Ihnen und Ihren Kindern. Es ist kein Erziehungsratgeber sondern vermittelt Wissen und übt Verhalten, das Sie zu Ihrem eigenen Erziehungsstil führen und Sie sicherer machen wird.

Themenauswahl:

Eigene Stärken und Fähigkeiten als Erzieher erkennen
Haben Sie sich schon einmal gefragt, was Sie gut an sich als Erzieher finden? Die Frage ist wichtig, denn wir alle können nur auf unseren Stärken aufbauen. Sie werden überrascht sein, wieviele Stärken Sie finden werden!

Stärken und Fähigkeiten des Kindes beschreiben
Auch das ist eine schöne Suche, denn jedes Kind hat Stärken. Das ist so.

Die Bedeutung des Zugehörigkeitsgefühls im Hinblick auf Verhalten
Zugehörigkeit ist das Streben jeder menschlichen Handlung. Wir Menschen brauchen andere Menschen, weil wir soziale Wesen sind. Anders können wir nicht leben. Diese Bedeutung wird in einer Trainingseinheit erläutert. Damit wird ein Grundprinzip menschlichen Verhaltens deutlich, was Sie zu neuen Gedanken in Ihrer Erziehung und neuen Ideen führen wird. Weiterlesen

Ich bin ich, und so wie ich bin, bin ich gut genug.

Viele Menschen denken: ich bin nicht geschickt genug, nicht intelligent genug, nicht genug vorbereitet, nicht attraktiv genug, nicht fähig genug, nicht schnell genug, nicht geduldig genug, nicht gut genug…die Liste ließe sich beliebig verlängern.

Es ist so, dass wir häufig genauestens über unsere Fehler Bescheid wissen. Wir können sofort benennen, welche Schwächen wir haben und was wir nicht können. Aber worin sind wir gut? Was sind unsere Stärken? Können wir das sagen? Oder erlauben wir uns nicht einmal, das zu denken?

Wenn wir nur das Schlechte benennen können und das Gute als normal empfinden, dann gerät unsere innere Waage aus dem Gleichgewicht. Es gehört zum Leben dazu, uns das Gute, das wir tun und das wir in unserer Person auch sind, Weiterlesen

Fehler sind nicht so schlimm, wenn man das Gute trotzdem sehen kann

Wir leben in einer fehlerorientierten Welt, in der die Fehler etwas wiegen, das Gute aber als normal gilt und keine Erwähnung findet. Nur wenn wir das Gute auch etwas wiegen lassen, befinden wir uns wieder im Gleichgewicht. Das Gute zu sehen, kann man üben. Ein erster Schritt ist, das Gute zu benennen, wo wir es schon sehen können. Beispielsweise wenn wir uns überlegen, worin uns ein Mensch, der uns sympathisch ist, ein Vorbild sein kann. Das fällt uns leicht. Anspruchsvoller aber damit auch wirkungsvoller ist die Aufgabe, sich vorzustellen und für sich selbst auszusprechen, worin uns ein Mensch, mit dem wir Weiterlesen

Der Unterschied zwischen Lob und Ermutigung

Neufassung vom 29.9.2017

Lob bezieht sich auf eine Person, ihre Leistung, oder ein Merkmal von ihr. Es zielt auf etwas, das die Person hat, ab. Es würdigt ihren Erfolg. Sage ich zu jemandem: „Du bist ein toller Koch“, so bezieht sich meine Aussage auf die Person und die Leistung. Die Aussage: „Du hast wunderbar gekocht,“ bezieht sich auf die Leistung. „Du hast einen guten Geschmack“ auf ein Merkmal. Lob und Bewunderung sind Applaus. Wir applaudieren zum Erfolg anderer.

Um loben zu können, muss zuvor eine lobenswerte Leistung erbracht worden sein. Im Falle eines Misserfolgs kann man nicht loben; häufig wird das Ergebnis dann kritisiert. Lob kann dazu führen, dass der Bewunderte seinen Selbstwert davon abhängig macht, und dass er sich dazu getrieben sieht, stets erfolgreich zu sein, um den benötigten Applaus zu bekommen, ohne den er sich wertlos fühlt.

Ermutigung erkennt die Qualitäten, Talente, Fähigkeiten oder Verhaltensweisen von Menschen an, bezieht sich also insgesamt mehr auf das, was Menschen tun, auf ihre Anstrengungen bzw. auf Prozesse. Ich ermutige Kinder in der Schule beispielsweise so: „Ihr habt prima zusammengearbeitet und eine eigene Idee umgesetzt.“ Oder: „Du wirst das schaffen! Probiere es nochmal!“

Um jemand zu ermutigen, muss er noch gar nichts geleistet haben; damit wirkt eine Ermutigung in die Zukunft und fördert weitere Anstrengungen. Auch bei einem Misserfolg kann man ermutigen, denn sie bereitet den Weg für eine weitere Entwicklung des Adressaten.

Der Vortrag „Das hast du aber gut gemacht. Zum feinen aber bedeutsamen Unterschied zwischen Lob und Ermutigung.“

Zum Thema Lob und Ermutigung halte ich einen 60-minütigen Vortrag.

Ich mache dabei bewusst, welche Verhaltensweisen dazu führen, dass Menschen entmutigt oder ermutigt werden. Sind sie entmutigt, wenden sie sich häufig von der sozialen Gemeinschaft ab. Hierbei gehe ich auf das Zugehörigkeitsgefühl ein. So ist das sozial störende Verhalten von Kindern immer ein Zeichen von Entmutigung. Ich vermittle Ihnen, was Sie als Eltern, Erzieher oder Lehrer wissen müssen, um Kinder zu ermutigen und gebe Beispiele aus meinem Erleben, was passiert, wenn man andere ermutigt.

Der Vortrag beinhaltet auch interaktive Elemente. Dabei dürfen sich die Zuhörer lebhaft beteiligen, damit sie mehr für sich mitnehmen können. Beitragen kann zu diesem Thema jeder, denn das Leben geht nicht ohne Entmutigungen an uns vorüber. Jeder hat entsprechende Situationen erlebt und seine Schlüsse daraus gezogen.

Es ist wichtig zu erkennen, welche zerstörerische Kraft der Kritik innewohnt. Im Gegensatz dazu zeigt der Vortrag, wie Ermutigung wirkt und dass Kritik, so sehr man daran gewöhnt ist, sie als normal zu empfinden, sie nie der Normalfall sein kann. Es geht ohne Kritik, dafür mit Ermutigung. Das ist nicht nur meine Erfahrung und meine Überzeugung; ich erläutere dies außerdem aus der Sicht der Individualpsychologie.

Der Unterschied zwischen Lob und Ermutigung ist noch ein wenig umfangreicher, als weiter oben im Text dargestellt. Im Vortrag erläutere ich diesen ausführlich anhand von Beispielen.

Schließlich folgen noch mutmachende Sätze und Phrasen, die ich abgrenze von moralischem Druck oder halbherzigen Anerkennungen, die stark entmutigend wirken.

Lassen Sie sich von diesem Vortrag zum Nachdenken anregen!

Was ist Encouraging-Training?

Encouraging bedeutet „Ermutigung“. Die Teilnehmer lernen im Training, ihre sozialen Beziehungen positiv zu gestalten. Dabei wird der Blick auf die eigenen Fähigkeiten und Stärken und die anderer geschult.

Schwächen an sich selbst kann jeder meist sehr schnell benennen. Positives häufig nicht, denn das gilt als Eigenlob. Aber gerade diese Sicht begünstigt z.B. Wettbewerb, wo Teamarbeit für alle angenehmer und erfolgreicher wäre; begünstigt Perfektionismus, der völlig unnötig, ja schädlich ist und führt immer zu Weiterlesen