Die Meinung von Schulkindern zum Verwarnsystem

In der Schule, in der ich arbeitete, war es üblich, den Tag mit einem Morgenkreis zu beginnen und einem Abschlusskreis zu beenden. Dabei hatte ein Kind die Kreisleitung inne und ein zweites verwarnte mittels Verwarnkarten die anderen Kinder, die zu spät kamen, miteinander sprachen oder auf andere Weise „störten“. Ein Kind, das drei Verwarnungen hatte, erhielt eine Strafe. Es musste z.B. die Tische im Essraum abwischen oder dort den Fußboden kehren.

Ich stellte das anfangs gar nicht in Frage, weil es so üblich war. Doch irgendwann später im Schuljahr, kam mir die Verwarnerei komisch vor, denn grundsätzlich hatte ich an dem Verhalten der Kinder nichts auszusetzen. Deshalb stellte ich ihnen eines Morgens die Frage: „Könnt ihr euch vorstellen, bei mir am Draußentag im Morgen- und Abschlusskreis auf Verwarnungen zu verzichten?“ Weiterlesen

Du kannst das! Andere zu ermutigen kann ganz schön anstrengend sein… :-)

Ein Beispiel aus der Praxis:

Bei einer Wanderung im Winter springt Monika*, 9 Jahre, über einen Graben und ruft: “Sabine, kannst du das auch?“ Ich sage: „Ja, schon.“ „Komm, dann spring über den Graben!“ Ich: „Ach, weißt du…“ Weiterlesen

Warum die Timeout-Methode aus Sicht der Individualpsychologie niemals funktionieren wird

Timeout Sabine ScherzTimeout heißt Auszeit und bedeutet im Kontext der Erziehung, ein Kind vor die Tür oder in einen Nebenraum zu schicken. Damit soll erreicht werden, dass das Kind in Ruhe über sich nachdenken kann, dann geläutert wieder den Raum betritt und sich „besser“ verhält.

Funktioniert der Timeout?

Kurzfristig schon. Sollten Sie die Methode anwenden, überprüfen Sie doch vor Ihrem inneren Auge, bei welchen Kindern dauerhaft eine Änderung im Verhalten eingetreten ist und bei welchen nicht. Wahrscheinlich kommen Sie zu dem Schluss, dass keine dauerhafte Änderung zu verzeichnen ist. Die Kinder landen weiter regelmäßig vor der Tür.

Die Methode nützt also nichts. Warum nicht? Weiterlesen

Kinder ermutigen

„Das kann ich nicht!“, höre ich Selbstwirksamkeitvon Kindern oft im Rahmen meiner kunstpädagogischen Arbeit. Meistens handelt es sich dabei um Dinge, die sie vorher noch nie gemacht haben, die also unbekannt für sie sind. Dann erkläre ich die Sache zunächst, bin noch bei den ersten Handgriffen behilflich und merke, wann das Kind keine Unterstützung mehr braucht.

Es gibt Kinder, deren Eltern Weiterlesen

Gezielte Entmutigung im Klassenraum

zulautKooperation von Schülern hängt von der positiven Beziehungsgestaltung des Pädagogen ab. Kann er eine gute Beziehung zu den Schülern schaffen, hören sie zu und arbeiten ruhig und konzentriert mit. Es gibt verschiedene Systeme, für Ruhe im Klassenzimmer zu sorgen. Eines, das ich für sehr ungeeignet halte, möchte ich hier vorstellen:

An der Tafel in einem Klassenzimmer hingen die Porträtfotos der Schüler. Zudem gab es laminierte rote Pfeile mit der Aufschrift „Du bist mir zu laut!“ Jede Schülerin / jeder Schüler konnte einen solchen roten Pfeil Weiterlesen

Sich als Eltern gut fühlen

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Die Individualpsychologie sieht Entmutigung als Hauptursache für problematisches Verhalten bei Kindern und Jugendlichen an. Kinder, die ungezogen sind, sind immer entmutigt. Sie müssen ermutigt werden, damit sie Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten erhalten. Durch Ermutigung geben Eltern und Erzieher Kindern das Gefühl der Selbstachtung und Leistungsfähigkeit, was zu positivem kooperativen Verhalten führt.

Wie genau Sie Ihr Kind wirkungsvoll ermutigen können, wird in einem Training, bestehend aus 8 Einheiten, vermittelt. Es hat zum Ziel, dass Sie sich als Eltern zufriedener mit sich selbst und ihren Kindern fühlen. Durch praktische, alltagstaugliche Übungen werden neue Ideen vermittelt, wie Sie mit Problemen umgehen können. Das Training fördert den entspannten Umgang miteinander und verbessert die Kommunikation zwischen Ihnen und Ihren Kindern. Es ist kein Erziehungsratgeber sondern vermittelt Wissen und übt Verhalten, das Sie zu Ihrem eigenen Erziehungsstil führen und Sie sicherer machen wird.

Themenauswahl:

Eigene Stärken und Fähigkeiten als Erzieher erkennen
Haben Sie sich schon einmal gefragt, was Sie gut an sich als Erzieher finden? Die Frage ist wichtig, denn wir alle können nur auf unseren Stärken aufbauen. Sie werden überrascht sein, wieviele Stärken Sie finden werden!

Stärken und Fähigkeiten des Kindes beschreiben
Auch das ist eine schöne Suche, denn jedes Kind hat Stärken. Das ist so.

Die Bedeutung des Zugehörigkeitsgefühls im Hinblick auf Verhalten
Zugehörigkeit ist das Streben jeder menschlichen Handlung. Wir Menschen brauchen andere Menschen, weil wir soziale Wesen sind. Anders können wir nicht leben. Diese Bedeutung wird in einer Trainingseinheit erläutert. Damit wird ein Grundprinzip menschlichen Verhaltens deutlich, was Sie zu neuen Gedanken in Ihrer Erziehung und neuen Ideen führen wird. Weiterlesen

Spielend lernen – ein Praxisbeispiel

spielen-und-lernenSpielen ist kein bloßer Zeitvertreib, für niemanden gleich welchen Alters. Kleinkinder, Schüler und Erwachsene lernen nicht nur, aber auch im Spiel. Der Vorteil: Spiele machen meist Spaß. Sind wir begeistert, werden in unserem Gehirn Neurotransmitter ausgeschüttet, die das Einspeichern von Lerninhalten stark begünstigen. Die Formel heißt also:

Begeisterung + Neues = Lernen

Spiele im Unterricht haben zusätzlich den Vorteil, Weiterlesen

Mit neuer Kraft Vorsätze in die Tat umsetzen!

Kennen Sie das? Haben Sie manchmal tolle Ziele, stellen aber fest, dass Sie unterwegs oft stecken bleiben? Oder würden Sie öfter Nein sagen können? Oder wären Sie gerne spontaner? Oder wünschen Sie sich in bestimmten Situationen, anders reagieren zu können als sonst? Haben Sie ein schlechtes Gewissen, weil Sie das Gewünschte höchstens ansatzweise aber nie dauerhaft umsetzen konnten? Glauben Sie, dass Sie das nicht mehr lernen werden oder ändern können? Sie haben’s ja versucht. Es scheint ja so zu sein, dass mit Ihnen was nicht stimmt. Sind Sie schon so weit, dass Sie das glauben?

Mitnichten! Sie sind in Ordnung. Völlig!

Menschen verfügen über mehrere Weiterlesen

Ich bin ich, und so wie ich bin, bin ich gut genug.

Viele Menschen denken: ich bin nicht geschickt genug, nicht intelligent genug, nicht genug vorbereitet, nicht attraktiv genug, nicht fähig genug, nicht schnell genug, nicht geduldig genug, nicht gut genug…die Liste ließe sich beliebig verlängern.

Es ist so, dass wir häufig genauestens über unsere Fehler Bescheid wissen. Wir können sofort benennen, welche Schwächen wir haben und was wir nicht können. Aber worin sind wir gut? Was sind unsere Stärken? Können wir das sagen? Oder erlauben wir uns nicht einmal, das zu denken?

Wenn wir nur das Schlechte benennen können und das Gute als normal empfinden, dann gerät unsere innere Waage aus dem Gleichgewicht. Es gehört zum Leben dazu, uns das Gute, das wir tun und das wir in unserer Person auch sind, Weiterlesen